Der Kraft-Fahrer

Kraftpaket Richard Endres mit seinem Lieblingsmetall und an seinem Arbeitsplatz, dem UNIMELT Lkw
Kollege Richard Endres stemmt das Eisen gleich zentnerweise
Würzburg. (HOP) Seit mehr als 26 Jahren ist Richard Endres, gelernter Kfz-Mechaniker, als Berufs-Kraftfahrer in der UNIMELT Fettschmelze in Würzburg beschäftigt. Wegen seiner überwiegend sitzenden Tätigkeit hatte er öfter mal Probleme mit seinem Nacken und den Bandscheiben. Er wollte aber seine Beschwerden nicht mit Medikamenten bekämpfen. Denn das hätte ja nur die Schmerzen, aber nicht die eigentliche Ursache beseitigt: Einseitige Belastung, Bewegungsmangel und schlaffe Muskeln. Das war einmal ganz anders, erinnerte er sich an seine Zeit als Leistungssportler. Damals war er Gewichtheber bei der SG Randersacker, die im Kraft-Dreikampf in der höchsten deutschen Liga mitmischte. Und so entschloss sich Kollege Endres, wieder Woche für Woche zum Muskelaufbautraining zu gehen. Der Erfolg stellte sich bald ein. Seine Trainingserfolge beeindruckten die Sportkameraden so sehr, dass sie ihn aufforderten, an den Wettkämpfen im Bankdrücken teilzunehmen.
1992 ging er dann in der Klasse bis 82,5 kg im Bankdrücken der Senioren an den Start und heimste reihenweise Titel ein: zehn Mal Bezirksmeister, zwei Mal Championscup-Sieger, fünf Mal Bayerischer Meister - davon drei Mal in Folge - und 2001 belegte er bei den Deutschen Meisterschaften einen hervorragenden 5. Platz. Eine starke Leistung!
Sein persönlicher Rekord liegt bei 145 kg. Damit hat seine Berufsbezeichnung "Kraft-Fahrer" gleich doppelte Bedeutung. Denn während seiner Tour zu 70 Zerlegebetrieben und Händlern in ganz Süddeutschland bewegt er die gewichtigen Rohfettbehälter in den Schlachthöfen, wenn er unsere Rohwaren abholt, auch mit Muskelkraft, weil nicht immer Stapler vorhanden sind.
Quelle: "Our Homepage - 07/2002"
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Bundesliga einmal anders
Maßstäbe werden in Randersacker gesetzt
Wer einmal sehen möchte
- wie eine ganze Gemeinde hinter einem Bundesligawettkampf steht,
- dass ca. 600 Zuschauer eine Bundesliga Veranstaltung besuchen,
- dass nach 4 Stunden Wettkampfzeit und einer großen Siegerehrung immer noch alle Zuschauer da sind,
- dass jeder Athlet angefeuert wird, egal für welchen Verein er startet,
- dass Equipment wie bei einer WM vorhanden ist,
der sollte einmal zu einem Bundesliga-Wettkampf nach Randersacker kommen.

Der Weinort Randersacker, nur 5 km von Würzburg entfernt, liegt nicht nur malerisch an den Weinbergen Frankens, sondern er hat auf dem Sonnenstuhl eine Sporthalle, die alle Wünsche zur Durchführung eines guten Wettkampfes erfüllt.
4 Mannschaften kamen zur 3. Runde der 1 . Bundesliga im Kraftdreikampf der Gruppe Süd. Die SG Randersacker hatte den Favoriten des Tages - den STC Bavaria 20 Landshut - sowie die Sportsfreunde vom 1. ASC Nürnberg-Süd und den AC Oppenau zu Gast."Bernd, du wirst sehen, hier geht heute Abend die Post ab!", versicherte mir der Abteilungsleiter der Kraftsportler von der SG Randersacker Janos Geerhardt. Und er hatte Recht, denn die Halle wurde voll.
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Auf einer Großprojektionswand konnten die Zuschauer den kompletten Wettkampf mitverfolgen. In den Pausen schwenkte die Kamera auch einmal in den Aufwärmbereich, so dass es zu keiner Minute langweilig wurde. Zur Eröffnung wurden alle Mannschaften mit ihren Athleten ordnungsgemäß von einem tollen Sprecher vorgestellt. Licht-Spots und eine Nebelkanone hoben von Anfang an die Stimmung.
Pünktlich ging dann der Wettkampf los.
Dank einer hydraulischen Bühne konnte jeder Zuschauer den Wettkampf gut verfolgen. Der Bürgermeister von Randersacker, Herr Herbert Zeidler war nebst Gattin während der gesamten Veranstaltung anwesend: "Herr Rimarzig, sie müssen wissen, die Kraftsportler und Gewichtheber hier in Randersacker sind eine Institution. Die Fußballer hier in Randersacker sind ebenfalls tolle Kerle, aber 600 Zuschauer wäre für die Jungs ein Traum. Hier in unserer Gemeinde kennt jeder jeden und die Kraftsportler kommen alle aus unserem Ort. Sie sind für die "Jungen" ein Vorbild. Der Verein kann zur Zeit nicht einmal mehr Leute aufnehmen, da die Kapazität im Training nicht ausreicht. Dies liegt aber nicht nur an den Kraftsport- lern, sondern hängt zum größten Teil an ihrem Chef Janos Geerhardt. Es scheint so, als könnte er keine Minute an einer Stelle ver- harren und sein Mund nicht 5
Minuten still sein. Immer schaut er nach dem Rechten, überprüft alles, treibt an, organisiert und und und ...
 
"Ja, mein Freund, ich brauch' hier keinen betteln oder hinterher zu rennen, hier machen alle mit. Es gibt kein Geld, sondern nur Anweisungen und die reichen au . Jeder der 150 Mitglieder kommt zur Weihnachtsfeier, ab nun 16 oder 60 Jahre, und wenn welche fehlen, dann habe ich irgend etwas im letzten Jahr falsch gemacht", resümierte Janos.
Sportlich gesehen war der Wettkampf sehr spannend, waren doch alle 4 Mannschaften auf ähnlichem Niveau. Die Recken aus Landshut sahen auf dem ersten Blick wie die Sieger aus. Es kam dann allerdings anders. Nach der Kniebeuge führte die SG Randersacker und 90 Minuten später auch noch nach dem Bankdrücken. Die Fans waren da schon ein bisschen aus dem Häuschen. Ja, im Kreuzheben sind wir erst so richtig stark, war die Meinung der Randersackerer.
Als der letzte Kreuzheber seinen Versuch beendete, hatte der Rechner das Endergebnis bereits ermittelt. Janos Geerhardt konnte seinen Augen nicht trauen und ließ alles noch einmal schriftlich nachrechnen. Das Endergebnis des Rechners stimmte. Der AC Oppenau kam mit 1594,82 Punkten auf den 4. Platz, der 1. ASC Nürnberg-Süd mit 1716,32 auf Platz 3. Nun wurde es ja spannend. Landshut oder Randersacker. Keiner der Athleten und Zuschauer wusste das Endergebnis. Als dann die Sportfreunde vom STC Bavaria Landshut auf die Bühne gerufen wurden, stand fest: die Hausherren erreichten an diesem Tag das höchste Mannschaftsergebnis bei dieser Begegnung mit 1755,72 Punkten. Die Landshuter lagen knapp dahinter mit 1746,95 Punkten.
Jede der Mannschaften aber hatte ihren Sieger: Jewgenij Kondraschow (Nürnberg) kam auf 482,63 Punkte, Christian Henneberger (Randersacker) 470,85 Punkte, Mario Maier (Landshut) 464,31 Punkte und Mike Nikolaizig (Oppenau) erreichte 459.34 Punkte.
Eine Superleistung erbrachte der Junior Jewgenij Kondraschow mit 330,0 kg/205,O kg/315,O kg. Ernst Güntert (54, Nürnberg) und Peter Cihla (52, Randersacker) waren ebenfalls Helden dieses T a- ges, denn mit ihren Leistungen standen sie den jungen Hebern in nichts nach. Als ich in der Pause gefragt wurde, wie mir die Veranstaltung gefällt war meine Antwort klar und noch klarer war die Frage, warum Randersacker noch keine DM im KDK ausgerichtet hat? Dem Bürgermeister funkelten die Augen - dem Veranstalter auch. Die Idee ist wirklich nicht schlecht wir werden uns auch demnächst zu einer DM bewerben und dann schauen wir mal, wie es in Bayern so heißt. Eines steht nach diesem Wochenende fest: Es gibt wirklich noch sehr viele Leute in Deutschland, die unsere Sportart sportlich und fair nach vorne bringen und dem Kraftsport ein gutes Image aufprägen. Als die Gastmannschaften gefragt wurden, wie es ihnen in Randersacker gefallen hat kam zur Antwort: Na, wie immer gut!, was sich auch im Austausch von Gastgeschenken äußerte. Bernd Rimarzig, Ligenleiter
Quelle: Athletik Mai 2002
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Der große Traum vom Edelmetall
Der Randersackerer Kraftdreikämpfer Peter Cihla und sein bislang größter Erfolg
Randersacker Spricht Peter Cihla über Kraftdreikampf, dann leuchten seine Augen und er lächelt breit, sozusagen von einem Ohr zum anderen. Keine Frage, Peter Cihla ist ein Verrückter im positiven Sinne. Einer, der seine Leidenschaft für den Kraftsport vor über 30 Jahren entdeckt hat und bis heute daran festhält. Eigentlich wollte mein Vater, dass ich Fußballer werde, erinnert sich der heute 52-jährige an seine Jugend.
Damm aber ging er gemeinsam mit seinem Bruder Jan zum Gewichte stemmen, sie trainierten zusammen, und Cihla bewies Talent, mehr als seinem Bruder lieb war. Gleich beim ersten Wettkampf habe ich ihn geschlagen, und von da ab wollte er nicht mehr mit mir zusammen trainieren. Wirklich!, sagt Cihla und schmunzelt. Der gebürtige Würzburger ließ sich davon zum Glück nicht beirren. Zunächst schloss er sich der Gewichtheber-Abteilung des ETSV Würzburg an, wo ein Leistenbruch 1971 beinahe seine Karriere beendet hätte. Ich habe dann ein paar Jahre bei den 04ern Fußball in der Reserve gespielt, bis die Gewichtheber wieder an mich herangetreten sind.
Wieder Anschluss an die alte Leistungsstärke zu knüpfen, das fiel Cihla nicht schwer. Immerhin ist seine Hebelwirkung bei einer Größe von 1,68 fast ideal. Auch für den Kraftdreikampf, den er seit 1979 dem Gewichtheben vorzog. Über 100 Wettkämpfe hat er inzwischen für die SG Randersacker in dieser Disziplin absolviert und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Erst recht nicht, seit er sich im letzten Monat seinen großen Traum erfüllt hat und bei den Weltmeisterschaften der Kraftdreikämpfer einen Platz auf dem Treppchen eroberte. Etliche Medaillen hatte der begeisterte Eishockey-Fan bei diversen deutschen und bayerischen Meisterschaften schon gesammelt, nur bei den Weltmeisterschaften blieb ihm immer nur der undankbare vierte Platz.
Bis, ja bis er gemeinsam mit Teamkollege Carlos Lewis, der für Amerika startende Randersackerer wurde ebenfalls mit Medaillen dekoriert, in das Land des Ahornblattes reiste und in der Klasse bis 90 kg in einem neun Teilnehmer starken Feld gleich drei Bronze-Medaillen abräumte. Eine der für den dritten Platz in der Endabrechnung und je eine in den Disziplinen Kniebeuge und Kreuzheben. Jetzt, wo er sein großes Ziel erreicht hat, könnte Cihla die Hantel an den Nagel hängen. Statt dessen bereitet er sich auf die deutschen Meisterschaften Ende November vor: Ich bin eben ein Verrückter! Aber einer im positiven Sinne...
Autor: Nadine Klikar
Quelle: Main Post 10/2001
Die Abteilung Gewichtheben der SG Randersacker bedankt sich bei den Zuschauern, der Marktgemeinde Randersacker, den zahlreichen Helfern und allen Beteiligten für das Gelingen des Wettkampfes!
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